8 Monate mit der Trockentrenntoilette unterwegs: Meine ehrliche Erfahrung
Als ich mich vor meiner großen Reise mit dem T4 zum ersten Mal mit dem Thema Camper-Toilette beschäftigt habe, war für mich schnell klar: Eine Chemietoilette kommt für mich nicht infrage. Die Trockentrenntoilette hat mich vom Konzept her sofort überzeugt. Heute, nach acht Monaten auf der Straße mit genau diesem System an Bord, kann ich sagen: Ich bin absolut begeistert – auch wenn nicht alles auf Anhieb perfekt lief.
Der holprige Start mit dem ersten Modell
Ich habe mich für ein bestimmtes Modell entschieden, das mich vor allem durch sein Konzept überzeugt hat: eine kompakte Box mit cleverer Aufteilung. Die Idee dahinter war wirklich gut durchdacht. Trotzdem war dieses erste Modell – die Marke möchte ich hier bewusst nicht nennen, weil ich sie nicht bewerben will – nicht der große Wurf. Ich hatte tatsächlich einige Verbesserungsvorschläge und habe eine Zeit lang sogar ernsthaft überlegt, mir auf Basis dieser Idee meine eigene Trockentrenntoilette zu bauen.
Das größte Problem: Der Auslauf beziehungsweise der Trichter, durch den der Urin in den Behälter läuft, hat gewackelt. Wenn man oben draufgesessen hat, war die Verbindung nicht stabil genug – und dadurch ist der Urin manchmal daneben gegangen. Das Ergebnis: Er landete nicht im Behälter, sondern in der Box selbst. Das war alles andere als schön und musste danach jedes Mal aufwendig gereinigt werden. Genau das ist ja eigentlich der Punkt, den man bei einer guten Trockentrenntoilette vermeiden will.
Die Messe in Düsseldorf und die perfekte Lösung
Der Wendepunkt kam, als ich zufällig auf einer Messe in Düsseldorf war und dort eine andere Firma entdeckt habe, die eine Trockentrenntoilette anbietet, bei der genau diese Schwachstellen behoben wurden. Alle Probleme, die mich bei meinem ersten Modell gestört haben, gab es hier einfach nicht mehr. Der Urinablauf saß fest und stabil, nichts wackelte, nichts ging daneben. Diese Firma verlinke ich euch gerne, sobald ich die Details bereitstelle – denn diese Lösung kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen.
Warum die Urin-Trennung so genial ist
Was mich am gesamten System nach wie vor am meisten begeistert, ist etwas ganz Simples: Man kann den Urin einfach in jeder normalen Toilette entsorgen. Egal ob auf einem Rastplatz, in einem Café oder bei Freunden – man leert den Kanister einfach in die Kloschüssel, spült durch, fertig. Kein Sondermüll, keine spezielle Entsorgungsstation, keine Chemie. Das ist im Alltag unterwegs eine enorme Erleichterung, gerade wenn man wie ich viel an Orten unterwegs ist, wo es keine ausgewiesenen Wohnmobil-Entsorgungsstationen gibt.
Meine Lösung für den Feststoffbereich
Für die feste Seite – im Camper-Jargon liebevoll „der Code“ genannt – habe ich mir im Laufe der Reise ein eigenes kleines System zurechtgelegt, das richtig gut funktioniert hat. Ich habe mir Pellet-Katzenstreu besorgt und dieses extra mitgeführt. Zusätzlich hatte ich kleine Biomüllbeutel dabei. Mein Vorgehen: In den zweiten Behälter kommt zunächst ein Müllbeutel, darüber eine Handvoll von diesem Pellet-Katzenstreu, damit die Feuchtigkeit zuverlässig aufgesaugt wird.
Das Ergebnis hat mich wirklich überrascht: Es hat nie gestunken. Es roch höchstens leicht nach Sägespänen, nach Holz – ein richtig angenehmer, neutraler Geruch. Und das Beste daran: Ich musste den Behälter nicht mühsam reinigen. Genau das ist ja, glaube ich, der Punkt, vor dem sich die meisten Menschen ekeln, wenn sie über eine Trockentrenntoilette nachdenken – die Vorstellung, den Feststoffbehälter von Hand säubern zu müssen. Das kann ich total nachvollziehen, schön ist das natürlich nicht. Mit meiner Beutel-Lösung fiel dieser Schritt aber komplett weg.
Ein unerwarteter Vorteil: das Müllproblem
Was ich anfangs gar nicht auf dem Schirm hatte: Diese Methode hat mir gleichzeitig ein ganz anderes Problem gelöst, das mich auf Reisen immer wieder beschäftigt hat – die Müllentsorgung. Wenn man viel unterwegs ist, fällt einem irgendwann auf, dass es an vielen öffentlichen Mülleimern nur noch ganz kleine Einwurfschlitze gibt. Große Müllbeutel bekommt man da oft gar nicht hinein, und generell versuche ich als Camperin, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und ihn dann sinnvoll zu entsorgen. Mit den kleinen Biomüllbeuteln aus meinem Toiletten-System hatte ich automatisch immer kleine, gut verschließbare Portionen, die sich problemlos überall entsorgen ließen. Eine ideale Nebenlösung für ein Problem, das ich vorher separat lösen musste.
Platzsparend und alltagstauglich
Ein weiterer Pluspunkt, den ich nicht unterschätzt hätte: die Größe. Meine Trockentrenntoilette war klein genug, um in einem Regal unten in meinem T4 in einer eigenen Box zu verschwinden. Der Alltag damit war denkbar einfach: Box rausziehen, Geschäft erledigen, Deckel drauf, Box wieder zurückschieben – fertig. Kein Aufwand, keine Umständlichkeit, und vor allem: keine Gerüche im Innenraum, obwohl das System so kompakt verstaut war.
Mein Fazit nach acht Monaten
Mit dem konkreten Modell, das ich am Anfang gewählt hatte, war ich am Ende nicht wirklich zufrieden – dafür gab es zu viele kleine, aber nervige Konstruktionsschwächen. Aber das Prinzip der Trockentrenntoilette an sich? Da bin ich absoluter Fan. Es ist für mich mittlerweile das Beste, was man sich für den Camper-Ausbau überlegen kann. Es stinkt nicht, es ist platzsparend, unkompliziert in der Handhabung und mit ein bisschen Kreativität – wie meiner Katzenstreu-und-Biobeutel-Lösung – lässt sich auch die Reinigung auf ein Minimum reduzieren.
Wer noch überlegt, ob sich der Umstieg von der Chemietoilette lohnt: Aus meiner Sicht ganz klar ja. Nur bei der Wahl des Modells lohnt es sich, genau hinzuschauen und nicht beim ersten Angebot zuzugreifen – ich hätte mir die zweite Recherche gerne von Anfang an gespart.
Bis bald und immer gute Fahrt,
eure Tussy 💛